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Bonsai-Computer

19. Februar, 17:57 Uhr | 0 Kommentare | Veröffentlicht unter computer

Wer mich bei Twitter verfolgt, hat es wahrscheinlich schon mitbekommen: Ich bin seit kurzem stolzer Netbook-Besitzer. :) Auf meinem Schreibtisch verstaubt steht jetzt ein weißes Asus Aspire One A110L, aus dem irgendwann mal angekündigten Eee PC ist dann doch nichts geworden. Da schon einige Fragen zu dem Gerät bei mir aufgeschlagen sind und ich allen versprochen habe, das auf meinem Blog doch noch ein bisschen ausführlicher zu erläutern, muss will ich das nun tun… also, was soll der ganze Netbook-Hype eigentlich?

Erst mal sind die Geräte natürlich klein. Mein Modell passt locker auf ein A4-Blatt und wiegt etwa ein Kilo. Das passt nicht nur probemlos in meine Umhängetasche, so ein Gerät lässt sich auch in einer Damenhandtasche versenken. Die Nachteile liegen dabei natürlich auf der Hand: Als Displaygröße kommt meistens etwas um die 9″ zum Einsatz, was dann auf Auflösungen von etwa 1024×600 hinausläuft. Die Tastaturgröße wird dann auch gleich auf etwa 90% geschrumpft, man hat also kleinere Tasten und mit dem 10-Finger-System sind keine Tipprekorde mehr machbar.

Im Gegenzug wird aber moderne Technik  verbaut – ich hab einen Intel Atom drin, als Speicher dient eine SSD und für die Beleuchtung des Displays kommen LEDs zum Einsatz. Bei der Konkurrenz sieht es oft ähnlich aus. Aus Platzgründen wird natürlich alles recht eng gebaut, von “Billigware” kann man bei den kleinen Geräten aber nicht sprechen.

Besonders viel Power hat man mit einem Atom nicht, eine kleine SSD hat auch weniger Durchsatz als die dicke 10k-Platte im Desktop. Dafür wird man mit einem extrem niedrigen Stromverbrauch belohnt – bei meinem Gerät schwankt das im Office-Betrieb um die 10 Watt, selbst bei stärkerer Auslastung klettert der Wert nicht viel höher. Weniger Stromverbrauch Leistung heißt gleichzeitig auch weniger Bedarf für dicke Akkus, also lassen sich die Netbooks noch mal kleiner und leichter bauen… was für ein praktischer Zusammenhang! ;)

Für die kleinen Kisten ist Linux als Betriebssystem natürlich prädestiniert, da man es auch mit wenig Ressourcen noch gut einsetzen kann. Die Hersteller werfen oft eigene Distributionen drauf, die besonders leicht zu bedienen sind und speziell auf die Geräte angepasst werden. Man kann aber meistens recht problemlos seine Lieblingsdistro installieren. Ansonsten bleibt ja auch noch Windows XP. Ratet mal, warum Microsoft den Vertrieb von XP zähneknirschend verlängert hat? Richtig – weil Vista auf den Netbooks meistens keinen Spaß macht und XP mit den kleinen Kistchen eine Renaissance erlebt.

So… und wofür braucht man die Dinger nun? Als Hauptrechner kann man sie eigentlich vergessen: Kleines Display, kleine Tastatur, kein optisches Laufwerk, wenig Leistung und so weiter. Als Zweitrechner sind sie dagegen toll: Superportabel, im Vergleich zu einem “richtigen” Notebook sogar günstiger und der niedrige Stromverbrauch ist in der Abrechnung zu vernachlässigen. Ein bisschen Multimedia können die Geräte auch, meins hat neben der obligatorischen Soundkarte auch eine Webcam und einen Kartenleser integriert.
Man könnte natürlich Maus, Tastatur, Monitor und Boxen anschließen, um sich einen energiesparenden Desktoprechner daraus zu bauen – aber dazu braucht man meiner Meinung nach kein Netbook, es gibt ja heute genug Mini-Rechner mit geringem Stromverbrauch.

Für mich dient das Gerät momentan natürlich als Zweitrechner (ja, ich hatte seit geraumer Zeit nur einen einzigen!) und als Linux-Bastelkiste. Installiert hab ich das aktuelle Ubuntu (das mitgelieferte Linpus hab ich innerhalb von zwei Stunden kaputtgespielt ausgetestet). Außerdem soll mein jetziges Notebook durch einen Desktoprechner ersetzt werden, aber ich möchte nicht auf ein Notebook verzichten – bei den Kaufkriterien “günstig” und “klein” steht die untere Linie der Netbooks natürlich recht weit oben auf der Liste. ;)

Die Netbooks haben also große Vor-, aber ebenso große Nachteile. Für meine Zwecke ist es genau richtig, aber ich bin mir sicher, dass man mit einem Subnotebook oft besser dran ist.

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