Landmaschinenschlosser am Werk
Mechanische Uhren haben gegenüber Quarzuhren einen großen Nachteil: Sie sind deutlich ungenauer. Ein Quarz schwingt 32768 Mal in der Sekunde, bekommt die Uhr einen kräftigen Schubs und “verschluckt” sich, beträgt die Abweichung 1/32768 (rund 0,00003) Sekunde. Eine mechanische Uhr kommt meist auf auf vier (Halb-)Schwingungen in der Sekunde, bekommt sie einen Stoß ab, ist man direkt bei 1/4 (0.25) Sekunde. Je nachdem, wie man die Uhr trägt (ruhiger Bürojob, Extremsportler, …), bekommt sie also mehr oder weniger viele Stöße ab und geht entsprechend mehr oder weniger ungenau. Dazu kommt noch, dass die Uhren bei unterschiedlichen Temperaturen auch noch geringfügig anders gehen.
Darum ist ein mechanisches Uhrwerk so gut wie immer mit einer Regulierungs-Funktion ausgestattet. Es gibt verschiedene Methoden, z.B. die Änderung der effektiven Federlänge, aber das Prinzip ist immer das gleiche – man kann die Uhr damit schneller oder langsamer laufen lassen. Meine Neue lief “ab Werk” ziemlich genau 20 Sekunden pro Tag zu schnell, also war die Sache für mich ganz einfach: Kurz beim Uhrmacher des Verkäufers Bescheid sagen, der legt sie auf die Zeitwaage, sieht die Abweichung, dreht kurz am Schräubchen, sieht die verschwundene Abweichung und ich krieg meine Uhr perfekt reguliert wieder.
Für die Helden mit der Lupe im Auge war es wohl nicht so einfach. In der Praxis sah es dann so aus, dass ich mehrere Male da gewesen bin – mit schwankenden Ergebnissen zwischen 20 und 30 Sekunden Abweichung pro Tag, aber niemals näher dran. Aber jetzt scheint endlich alles zu passen…
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