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Da ist was im Auge!

10. März, 21:58 Uhr Veröffentlicht unter /me

Ich gehör(t)e zu den Brillenträgern unter den Bloggern. Mein aktuelles Modell kommt rechts auf -2.0 und links auf -6.25 Dioptrien, das ist nicht nur kurzsichtig, sondern vor allem ein heftiger Unterschied zwischen beiden Augen. An den Brillengläsern sieht man es auch entsprechend deutlich, dank hochbrechendem Material, Dickenanpassung und diversen Vergütungen hat das Nasenfahrrad zwar ein größeres Loch in den Geldbeutel gerissen, dafür fällt es aber nicht ganz so extrem auf und ist vor allem nicht mit Schlagseite zu tragen.

Die Brille steuert nun aber auf die drei Jahre zu und meine Sehleistung hat sich natürlich nicht verbessert – ich greif mal vorweg: Beim Sehtest mit Brille wäre ich für den Straßenverkehr eigentlich nicht mehr tauglich. Also stand ich vor der Wahl, entweder eine neue Brille oder dieses Mal Kontaktlinsen in Angriff nehmen… ich habe vor drei Jahren schon kurz mit dem Gedanken gespielt, das dann aber  “fürs nächste Mal” aufgeschoben. Also war erst einmal etwas Recherche angesagt. Mein Fazit daraus: Kontaktlinsen sind für mich günstiger, korrigieren besser und haben gegenüber der Brille einige Vorteile, die die Nachteile für mich in den Hintergrund treten lassen.

Also ging es Anfang Februar zum Optiker, um die Augen vermessen zu lassen. Ich hab ja eher mit einer geringen Veränderung der Sehstärke, dafür aber fast mit einer deutlichen Hornhautverkrümmung gerechnet und befürchtet, dass der Tränenfilm meiner Augen nicht so ganz optimal sein könnte (Computerfuzzi, trockene Augen, ihr wisst schon) – nun ja, der Optiker hat etwas anderes festgestellt: Meine Sehleistung ist noch mal um etwa zwei Dioptrien gefallen! Natürlich inklusive des mir schon bekannten verdrehten Astigmatismus: Links horizontal, rechts vertikal. :D Dafür war er mit dem Rest sehr begeistert. Und ich habe endlich die Bestätigung für eine Vermutung: Meine Pupillen reagieren bei plötzlichem Lichteinfall etwas träge und sind meistens recht weit geöffnet. Das erklärt dann wohl meine Abneigung gegen direktes Sonnenlicht… ;)

Der Optiker hat sich dann ans Tüfteln gemacht und war sehr zuversichtlich, was die Korrektur anging – die ersten Probeexemplare waren schon eine Woche später da, den Termin zum ersten Tragen haben wir dann nochmal eine Woche später festmachen können. Bestellt wuden übrigens harte formstabile Linsen, da die Korrektur meiner Maulwurfsaugen damit besser möglich ist. Das allererste Tragen war entsprechend spaßig: Stellt euch vor, ihr habt einen Ring aus Wimpern im Auge kleben, in den jemand etwas Sand gestreut hat. Das trifft es ganz gut. :D Meine Augen haben auch ein ganz klein wenig getränt (na gut: ich hab einige Tücher verbraucht), aber trotz dem Geschwimme habe ich deutlich besser als mit der Brille gesehen. Der kleine Rundgang “um den Block” war auch ein entsprechendes “wow”-Erlebnis. Man hat zwar die Fremdkörper im Auge recht deutlich gespürt und getränt hat es immer noch etwas, aber hey, sooo scharf habe ich noch nie gesehen! Apropos: Der Sehtest mit Linsen hat für beide Augen zusammen 130% ergeben, trotz immer noch leicht vorhandenem Tränenfluss. Booyah! :D

Die Passgenauigkeit (wir erinnern uns, Kontaktlinsen sitzen direkt auf dem Tränenfilm der Hornhaut) war auch direkt optimal, nur die Größe der linken Linse war doch einen Tick zu klein gewählt. Also wurden noch einmal neue Linsen bestellt… eine Woche später der erlösende Anruf, “die neuen Probelinsen sind da” – der Termin hat dann aber wieder erst eine Woche später gepasst. (Verdammte Arbeitszeiten!) Da gings dann dafür gleich voll zur Sache: “Ich erklär Ihnen das mit dem Einsetzen kurz, und dann machen Sie das einfach mal selbst” – okay, sieht ja gar nicht so kompliziert aus… nachdem das mit dem Augenlider-Festhalten einigermaßen geklappt und die erste Linse links drin war, kam natürlich die Frage: “Und, sehen Sie schon was?” – “Nee, immer noch nicht… aber es tränt eigentlich gar nicht so sehr…” – “Argh, ich hab Ihnen die falsche Linse gegeben – na gut, üben wir halt direkt das Rausnehmen!” ;)

Ich muss sagen, es ist erst mal ziemlich komisch, da am Auge herumzufummeln – geklappt hat es aber schon irgendwie. Nur das Rausnehmen am rechten Auge ging irgendwie gar nicht, das hab ich dann mit einem lustigen Sauger gemacht. Übrigens, wenn beide Linsen erst mal drin sind, ist es schon viel angenehmer. Klar tränen die Augen ein wenig und die Nase läuft fleißig mit, aber wenn die Linsen erst mal ein paar Minuten drin sind, legt sich das wieder. Reine Gewöhnungssache… die Augen finden es halt erst mal nicht so witzig, wenn da ein Fremdkörper drin rumflutscht.
Apropos flutschen: Es kann durchaus passieren, dass die Linse nicht da landet, wo sie soll oder aus irgendwelchen Gründen mal verrutscht… ist mir dann beim Rausnehmen auch gleich passiert. Aber sie kann nicht irgendwo hinterm Auge landen (da gehts dank einer Hautfalte nicht weiter), und an allen anderen Stellen kriegt man sie recht flott wieder da hin, wo sie soll… alles kein Grund zur Panik. ;)

Mitbekommen hab ich vom Optiker dann neben den Probelinsen noch “Starter Set” mit Linsenreiniger, Aufbewahrungslösung und Behälter  plus einem kleinen, gelben Sauger, falls es mit dem Rausnehmen per Hand doch nicht klappen sollte. Auf dem Rückweg hab ich dann noch im nächsten Laden einen kleinen Schminkspiegel (sic!) gekauft, um notfalls auch unterwegs einen Spiegel zur Hand zu haben. Man weiß ja nie. Die Aufgabe für die nächste Woche: Die Linsen sollen Stück für Stück immer länger getragen werden, erst mal nur eine Stunde, dann zwei und so weiter. Der nächste Termin war genau eine Woche später angesetzt. Den ersten Versuch am gleichen Abend habe ich übrigens nach einer halben Stunde abgebrochen… das hat mal sowas von gar nicht geklappt. Muss an der späten Uhrzeit gelegen haben. ;)

Der zweite Tag war wesentlich erfolgreicher: Nach etwa 15 Minuten waren beide Linsen drin, die rechte sogar nach dem zweiten Versuch. Was ich anders gemacht hab? Naja, eigentlich hab ich es nur mal eher “über Kopf” versucht, also den tollen neuen Schminkspiegel auf den Schreibtisch gelegt. Vielleicht war es auch der kleine Tropfen Aufbewahrungslösung (Universalzeugs) in der Linse. Außerdem war  ich wesentlich ruhiger… hmm, zu viele Faktoren! ;)
Auf jeden Fall waren die ersten Minuten damit sehr komisch. Ich war ja nun zu Hause in gewohnter Umgebung, also lag die Brille da, wo ich sie sonst nachts hinpacke – und wollte dauernd intuitiv danach greifen und sie aufsetzen. Irgendwas fehlt einem halt auf der Nase, obwohl man alles besser als gewohnt sieht – sehr komisch. Sogar komischer als das Gefühl in den Augen. :D

Tag drei, bzw. zweiter richtiger Tragetag: Nachdem das Einsetzen auf der linken Seite schon wieder nicht wollte, hab ich es mal “just for fun” mit der linken Hand probiert. Erster Versuch, Linse problemlos drin. Hmmm. :D Das Rausnehmen war dafür genauso doof wie am Tag vorher: Links hat es nach ein paar Versuchen geklappt, rechts ging gar nicht und nachdem die Linse nach mehreren Versuchen auch noch verrutscht ist, hab ich sie mit dem Sauger rausgeholt. Grmpf.

Der nächste Tag: Das Einsetzen war nicht unbedingt problematisch, aber mit “auf Anhieb” war nichts zu machen. Und irgendwie hat sich links wohl ein kleines Fusselchen unter die Linse verirrt, nach ein paar Sekunden Schmerz und sehr viel Geträne war es aber wohl weg… uff. (Hat was von Sandpapier im Auge.) Die nächsten Minuten war es dafür dann schon spürbar angenehmer zu tragen als am vorherigen Tag, man merkt schon, dass man sich an die Fremdkörper in den Augen gewöhnt. Nach eineinhalb Stunden merkt man es dann aber doch… das Rausnehmen nach zwei Stunden hat dafür diesmal hervorragend geklappt. Neu gelernter Trick: Den vergrößernden Spiegel des Schminkspiegels benutzen. ;)

Am vierten echten Tragetag hat das Einsetzen auch nicht auf Anhieb funktioniert, aber ich hab mich damit inzwischen abgefunden. Immerhin geht nichts katastrophal schief, und es klappt in weniger als 10 Minuten, mehr Ansprüche stelle ich momentan auch nicht. :D Da die Linsen diesmal Nachmittags drin waren, gab es draußen sogar eine Menge Licht zum Gucken und einen entsprechend großen “ooooh”-Effekt. Ist echt ein ganz schöner Unterschied. Diesmal war nach etwa drei Stunden rausnehmen angesagt, zumindest hatte ich das so beschlossen… und diesmal haben die Linsen auch mitgespielt, nach 10 Minuten waren sie nicht nur draußen, sondern auch saubergemacht und wieder im Aufbewahrungsbehälter. Alltagstauglich! Der anschließende Blick mit Brille aus dem Fenster war dafür sehr ernüchternd, alles war irgendwie so eingerahmt und unscharf und außerdem und sowieso…

Nächster Tag, die Einsetzprobleme werden langsam weniger. Naja, was heißt Probleme – die Linsen landen da, wo sie sollen, es geht recht zügig und im Prinzip könnte ein Außenstehender schon fast meinen, ich kann damit umgehen. ;) Das Rausnehmen ging noch schneller als am vorherigen Tag – alles recht problemlos und unspektakulär. Übrigens kann ich jetzt auch endlich nachvollziehen, warum alle Leute “oh Gott” sagen, wenn sie mal einen Blick durch meine Brille werfen – ich habs mit Linsen mal kurz getestet. Oh Gott! ;)

Und noch ein Tag später: Erst wollte das Einsetzen nicht so recht (ich schieb es mal auf die Kanne Schwarztee), danach war natürlich prompt ein Fusselchen drunter. Naja, irgendwie muss man seine Taschentücher ja verbrauchen. Rausnehmen war wieder schwupps, plopp, raus – wieso hatte ich eigentlich gerade damit anfangs so Probleme? Besonders lange habe ich sie übrigens nicht getragen, da ich gesundheitlich etwas angeschlagen war. Hmpf.

Am siebten Tage sollst du ruhen zum Optiker gehen, heißt es. (Zumindest in meinem Kalender.) Die Linsen sollten schon 2-3 Stunden vorher rein – da der Termin wieder am Abend lag, fiel das in die Arbeitszeit. Also zum ersten Mal mit den Glibschis im Büro sitzen… die Kollegen haben sich erst mal gar nicht daran gestört, dass ich da plötzlich ohne Brille rumsaß. Na gut, das könnte auch daran gelegen haben, dass meine Gesundheit immer noch nicht auf 100% angekommen ist und ich dauernd mit Taschentüchern hantiert habe. (Ihr glaubt gar nicht, wie schlecht Brille und Naseputzen zusammenpassen.) Der Optiker hat dann auch nicht so extrem viel sagen können, da meine Augen etwas viel Tränenflüssigkeit produziert haben – was er gesehen hat, fand er aber super und mich direkt zwei Wochen später wieder in den Terminkalender eingetragen.

Was kommt jetzt? Nun ja, ich werde erst mal wieder ganz gesund. Keine Sorge, ich bin wieder auf dem Wege der Genesung, nur das Laufen lasse ich diese Woche lieber ausfallen. Danach wird die Tragezeit gesteigert, bis ich die Linsen auch mal den Tag über drin lassen kann – beim nächsten Termin guckt mein Optiker primär, ob die Linsen gut sitzen, wie sie nach mehreren Stunden vertragen werden und so weiter. Wenn dann auch noch alles passt, werden wohl die endgültigen Linsen bestellt, ich hab ja im Prinzip immer noch “billige” Probelinsen.

Ach ja, da ihr sicher in den Kommentaren darum betteln werdet: Fotos, Erläuterungen zur Handhabung und ein allgemeines “ich kann wieder sehen!” reiche ich in den nächsten Tagen noch nach, das war jetzt nur der erste Bericht. ;)

Ein Kommentar to “Da ist was im Auge!”

  1. fufu schreibt:

    Das ist sowieso alles Übungssache ;) Irgendwann ist das Kontaktlinsen rein- und rausmachen so selbstverständlich wie vorher Brille aufsetzen. Geht dann innerhalb von Sekunden :D


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