Technik, die überfordert.
Die größte Stärke des iPhone dürfte seine supergeniale und vor allem intuitive Bedienbarkeit sein: Ich tippe ein Symbol an, es passiert irgendwas. Ich “schiebe” eine Liste, sie bewegt sich. Heute gab es bei stern.de und Spiegel Online gleich zwei Artikel zu dem Thema Usability, beide mit dem Tenor, dass die heutige Technik einfach viel zu umständlich zu bedienen ist.
Das aufgeführte Beispiel mit der Mikrowelle passt perfekt: Zwei popelige Drehknöpfe reichen völlig aus, man braucht kein völlig überfrachtetes Tastenfeld mit Display und pipapo. In der Realität wollen die Hersteller aber lieber möglichst viele Funktionen irgendwo reinstopfen, egal, ob diese tatsächlich genutzt werden oder nicht: Ein Gerät mit 50 Funktionen verkauft sich halt besser als eins mit nur 5 davon. Gerade weniger technikaffine Menschen kommen da ins Schleudern – und jetzt wechseln wir mal von so etwas einfachem wie einer Mikrowelle zu einem etwas komplexeren Computerprogramm, wo dem armen Benutzer auch noch seltsame Fachbegriffe um die Ohren gehauen werden.
Ich denke, Usability (LEO spuckt mir dafür übrigens das schöne Wort “Gebrauchstauglichkeit” aus) sollte bei den Herstellern viel größer geschrieben werden und ist ein oft unterschätztes Verkaufsargument. Was nützt mir der Berg an unnützen Funktionen, wenn ich an der Bedienung scheitere?








2. Dezember 2008 um 20:07 Uhr
Sehr schöner Artikel, der zu deinem Thema passt:
http://macfidelity.de/2008/12/01/apps-design-grunde-fur-design-guidelines/
3. Dezember 2008 um 01:34 Uhr
Oh, “Usability” ist Dauerthema bei mir auf Arbeit, und immer das Schocker-Argument für die beklopptesten Dinge.
Ich darf mir dann aussuchen, wo ich es einbauen möchte, in einer Software, die auch auf 1024x768er-Anzeigen noch funktionieren soll. Eigentlich kein Wunder, dass da manchmal schreckliches geboren wird. :)
3. Dezember 2008 um 01:35 Uhr
Meine Mikrowelle hat übrigens fünf Knöpfe und ein Display.
17. Dezember 2008 um 11:03 Uhr
Unsere Flur-Mikrowelle hat zwei Drehknöpfe und ist kaputt. -.-
Aber Usability ist schon was verdammt wichtiges, und auch ein sehr komplexes Thema. An meiner HS gibt’s da auch nette Vorlesungen zu. ^^
Es ist schon krass, wie viele Funktionen teils in die Geräte gesteckt werden. In Japan ist das besonders verrückt, und die Leute schauen beim Kauf auch vor allem auf die Länge der Feature-Listen, können aber meist nicht viel mehr als 20% des Gerätes bedienen.
8. Januar 2009 um 08:46 Uhr
Ach, wir haben ne neue Mikrowelle. :) Ohne Drehknöpfe, dafür knapp 10 Druckknöpfe. Es lebe die Technik!