Äpfel sind doch eigentlich gesund
Irgendetwas in meinem Gehirn muss kaputt sein. Seit etlichen Jahren bin ich treuer PC-Nutzer, habe immer mit Windows gearbeitet und zwischendurch mit Linux herumgespielt gearbeitet. Da waren Poweruser-Zeiten dabei, wo ich jedes Bit meines OS umgebogen (und andauernd das System geschrottet) habe, teilweise Powergamer-Zeiten, gelegentlich waren mehr als zwei Rechner an meinem Schreibtisch und mit der Hardware habe ich auch Spaß gehabt: Vor fünf Jahren hatte ich ein passives Netzteil und ‘ne High-End-Wasserkühlung verbaut, natürlich auch mit Eigenbau-Lüftersteuerung.
Und heute? Ich hab hier ein tolles, völlig unverbasteltes Notebook mit XP, die Linux-Partition in der VM habe ich vergessen seit Wochen nicht mehr angepackt und zum Spielen benutze ich eigentlich fast nur noch meine PSP. Von einem zweiten Rechner keine Spur, immerhin habe ich einen Zweitmonitor, der für Videos unregelmäßig zum Einsatz kommt. An meinem Betriebssystem ist auch nur sehr wenig herumgebastelt, primär halt etwas Tuning mit XP AntiSpy, TweakUI und einigen händischen Sachen.
Es kommt aber noch besser: Ich will einen Mac. Warum? Vista ist doof, Windows 7 lässt noch lange auf sich warten (ich kauf das sicher nicht am Releasetag!) und mit XP war ich nie rundum glücklich. Wenn ich mir die Bedienung mit OS X angucke, denke ich nur dauernd “ey, genial gelöst” – alles ist konsistent, die Bedienung geht auf Anhieb leicht von der Hand und es gibt überall diese kleinen, genialen Features wie Spotlight. Apple lässt mich da einfach gemütlich meinen Kram machen und präsentiert mir die wichtigsten Sachen, wo ich bei Windows immer gleich von zehn Dialogen und fünfzig Optionen erschlagen werde, von denen ich dann eh alle auf “Standard” lasse… ich hab ganz einfach keine Lust mehr, mich andauernd mit dem ganzen OS-spezifischen Mist herumzuschlagen.
Ganz nebenbei sehen Hard- und Software natürlich geil aus. Ein bisschen Minimalismus, ein bisschen Glanz dazu und voila, fertig ist ein Design nach meinem Geschmack. Auch unter der Haube hat OS X nicht nur meiner Meinung nach das bessere und modernere Konzept, Windows schleppt (zwangsweise) einfach zu viele Altlasten mit sich herum. Apple gibt sich mit seinen tollen Werbekampagnen nicht nur einen gewissen Anstrich, sondern hält das auch in der Realität ein.
Natürlich ist die Apple-Welt etwas abgeschottet… sagt hallo zu iTunes und QuickTime. Lustigerweise finde ich beide Varianten schon unter Windows gleich gut oder sogar besser als die Konkurrenz… AAC ist technisch besser als MP3, und H.264 gibts auch seit QuickTime 7. Der Punkt ist aber: Es funktioniert, und es funktioniert gut. Ich hab lieber eine tolle proprietäre Lösung als eine mühsam zusammengefrickelte, halbgare Lösung… wer auf Gefrickel steht, darf sich gerne mit Open Source vergnügen, da habe ich sogar vollstes Verständnis für. Bei mir hat sich die Einstellung zum Frickeln mit der Zeit aber geändert. ;)
Ansonsten kann ich mit dem Mac prinzipiell alles machen, was ich auch jetzt unter XP mache. Nur: Schöner, hübscher, mit mehr Spaß und wahrscheinlich intuitiver und flüssiger. Falls es sein muss, gibt es ja immer noch BootCamp und Parallels…








4. Juni 2008 um 10:17 Uhr
Und wieder einen bekehrt ;)
Herzlichen Glückwunsch zu deiner Entschedung, genau das waren damals auch meine Gründe. Einen Mac zum produktiv Arbeiten und Linux/BSD zum Lernen und Basteln, so soll es sein.
4. Juni 2008 um 15:17 Uhr
ich will auch nen mac jajaja :D
4. Juni 2008 um 18:00 Uhr
Kleiner Einwurf: AAC hat rein gar nix mit Apple am Hut ;-P
Grüße von einem glücklichen Vista und XP-Nutzer, dessen Systeme auch gut funktionieren *g*
4. Juni 2008 um 19:56 Uhr
Stimmt, AAC ist ein Audio-Codec den gibt’s für Apple wie für Windows und für Linux mit Sicherheit auch. Mein XP hat zwar hier oder da ein paar Zicken gemacht aber nix was man mit der richtigen Einstellung oder dem richtigen Treiber wieder hin bekommt. Ich bin mit XP sehr zufrieden, im Vergleich zu den Vorgängern, meiner Meinung nach die beste Windows Version. Zu Vista kann ich leider noch gar nichts sagen, weil ich kein Vista besitze. Klar Windows ist nicht perfekt aber das sind andere Betriebssysteme auch nicht von Anfang an.
4. Juni 2008 um 21:38 Uhr
Wenn ich bei meinen Bekannten herumfrage, kommen sie oft auf iTunes und AAC. Auf dem PC ist halt eher MP3 verbreitet und WMV bekannt… natürlich ist AAC keine Entwicklung von Apple, aber es ist nun mal “das” Format für iTunes – so wie der Media Player mit WMV ankommt.
5. Juni 2008 um 06:52 Uhr
Moin,
da ich sowohl XP als auch Linux und Mac OS X im Einsatz hab, kann ich sagen, dass im großen und ganzen Mac OS X das durchdachteste ist. Allerdings ist auch bei Apple nicht immer alles Gold, was glänzt. Auch hier fehlen manchmal simple Lösungen oder wenn es sie gibt, kosten sie auch noch Geld. Ich red hier nicht von Office-Paketen oder ähnlichem in der Liga. Eher winzige Tools, die man bei XP oder Linux for free bekommt, weil es für den geübten Programmierer vielleicht nur 10 Zeilen Code sind ^^.
Dem User, der einfach mal nicht mehr basteln, sondern wirklich arbeiten will (evtl., weil er muß ^^), dem würde ich einen Mac empfehlen. Sie sind schlicht und ergreifend weniger fehleranfällig, was sicherlich auch mit der restriktiv gehandhabten Hardware zusammenhängt.
Vista hat ja immerhin schon eine ganze Latte von Eigenschaften, die Mac OS X schon seit geraumer Zeit besitzt. Dazu zählt nicht nur die Oberfläche, sondern vor allem die Rechtestruktur. Unter Vista funktioniert es tatsächlich, als User zu arbeiten und nur im Kontext ein Programm als Admin auszuführen, z.B. Install-Programme. Ich vermute mal, mit Windows 7 und dann vielleicht Mac OS 10.8 oder 10.9 werden beide Systeme mehr oder weniger gleichauf liegen. Dann kann der Glaubenskrieg wieder in vollem Umfang ausarten ;)
5. Juni 2008 um 10:54 Uhr
Haste nich was vergessen? Wo isn der Bezahltlink? :D
Also icke, um meinen Salat mal dazuzugeben, halte das schon so wie Coltaine. Grundsätzlich sind es die kleinen Dinge, die mich am Mac nerven, wie etwa das Brushed Metal-Design für Einstellungsfenster – und alle Anwendungen die glauben, sie sähen damit besser aus. Den Finder finde ich zumindest in seiner Standardeinstellung gruselig gelöst, das Deinstallieren von Anwendungen ist sinnvoll realisiert, funktioniert aber leider nicht zu 100%, Fenster haben keinen Hintergrund – mag ja sein, dass das ein Feature sein soll, aber wenn ich etwa in Photoshop einmal neben die Pallette klicke, bin ich plötzlich in einem anderen Programm – iTunes and the like kann mir ehrlich gesagt gestohlen bleiben. Insbesondere dieses Stück Software kommt mir vor wie etwas, das gerne das Monopol über meine Daten hätte. Wenn ich Musik hören will, mache ich den Ordner auf, doppelklicke auf eine Datei und höre, was ich hören will. No need für ein aufgeblasenes Verwaltungsprogramm mit integriertem Shop und unübersichtlichen Copy-Aktionen.
- und am wichtigsten: Es gibt keinen Pos1, Ende, Bild auf, Bild ab-Block auf der Standardtastatur. Kann mir mal einer sagen, wie man damit ordentlich arbeiten soll? Egal, ob man nun Texte schreibt oder, wie ich, Bits kocht.
(Über Vista brauchen wir allerdings auch nicht so richtig zu reden)
5. Juni 2008 um 19:05 Uhr
Nervende Kleinigkeiten gibt es überall. Unter XP habe ich mir auch mit einer Hand voll Tools weitergeholfen, um kleine, nicht vorhandene Windows-Funktionalitäten nachzurüsten. In einigen Punkten tun sich Mac und PC gar nicht so viel, wie man denkt… ;)